WhatsApp hat offiziell den schrittweisen Rollout von elternverwalteten Konten angekündigt – einer neuen Funktion, die es Kindern im Vor-Teen-Alter (unter 13 Jahren oder unter dem jeweils lokalen Mindestalter) ermöglicht, unter der Aufsicht eines Elternteils oder Erziehungsberechtigten mit Familie und engen Freunden zu kommunizieren. Dieses Update soll ein „einfaches, privates und zuverlässiges“ Messaging-Erlebnis bieten, das speziell auf jüngere Nutzer zugeschnitten ist.
Warum es wichtig ist: WhatsApp gehört zu den 3 wichtigsten Apps, auf denen Online-Grooming stattfindet, da jeder mit der Nummer eines Kindes es ohne Erlaubnis zu Gruppenchats mit Fremden hinzufügen kann. Weitere WhatsApp-Gefahren sind:
- Verschwindende Inhalte: Die Funktion „Einmal ansehen“ vernichtet Beweise und erschwert rechtliche Schritte.
- Unangemessene Inhalte: Keine Moderation oder Filterung — explizites Material kann Kinder erreichen und wird automatisch in der Galerie gespeichert.
- Cybermobbing: Gruppenchats können schnell Fehlinformationen und gefährliche virale Challenges verbreiten.
- Psychische Gesundheit: Der „Zuletzt gesehen“- und „Online“-Status drängt Kinder, sofort zu antworten, was Angstzustände und Schlafprobleme verursacht.
Wofür diese Funktion gedacht ist
Das Hauptziel besteht darin, ein fokussiertes Messaging- und Anruferlebnis bereitzustellen und gleichzeitig Funktionen zu entfernen, die für dieses Alter möglicherweise nicht geeignet sind. Diese Konten sind automatisch auf hohe Datenschutz-Standards voreingestellt, sodass nur gespeicherte Kontakte das Profilbild eines Kindes oder den „Zuletzt online“-Status sehen können.
Diese Einstellungen waren jedoch bereits zuvor verfügbar – allerdings nicht über spezielle Elternkontrollen.
Die eigentliche Neuerung besteht nun in der Fernsteuerung durch Eltern sowie im Wegfall mehrerer Standardfunktionen, darunter:
- Meta AI, Kanäle und Status-Updates;
- Standortfreigabe, Chat-Sperre und App-Sperre;
- „Einmal ansehen“-Nachrichten und verschwindende Nachrichten in Einzelchats;
- verknüpfte Geräte (verwaltete Konten sind auf ein Gerät beschränkt);
- Werbeanzeigen, die diesen Nutzern nicht angezeigt werden.
Trotz dieser Einschränkungen bleiben alle persönlichen Nachrichten Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Das bedeutet, dass niemand – weder Eltern noch WhatsApp selbst – private Gespräche lesen oder anhören kann.
Neue Superkräfte für Eltern
Eltern (die mindestens 18 Jahre alt sein müssen) erhalten leistungsstarke Tools, um die digitale Sicherheit ihres Kindes zu verwalten. Alle Änderungen werden durch eine einzigartige 6-stellige Eltern-PIN geschützt, die nicht mit dem Kind geteilt werden darf.

- Kontakt- und Gruppenverwaltung: Eltern entscheiden, wer ihr Kind kontaktieren darf und welchen Gruppen es beitreten kann. Wenn ein unbekannter Kontakt eine Nachricht oder Gruppeneinladung sendet, wird diese in einen Ordner „Anfragen“ verschoben, wo die Eltern sie mit ihrer PIN bestätigen oder ablehnen können.
- Aktivitätsbenachrichtigungen: Eltern erhalten auf ihren eigenen Geräten Hinweise zu wichtigen Kontoaktivitäten – zum Beispiel wenn ihr Kind einen Kontakt hinzufügt, jemanden blockiert oder meldet, eine Gruppe verlässt oder wenn eine Gruppe, in der es sich befindet, größer wird.
- Datenschutzeinstellungen: Eltern können die Einstellungen jederzeit direkt auf dem Handy des Kindes anpassen, um zu kontrollieren, welche Informationen andere sehen und ob das Kind eigene Gruppen erstellen darf.
Wie man ein von Eltern verwaltetes Konto einrichtet
Für die Einrichtung müssen Eltern ihr eigenes Handy und das neue Gerät des Kindes nebeneinander bereithalten. Die Schritte sind für Android und iOS ähnlich.
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App herunterladen: Installieren Sie die neueste Version von WhatsApp Messenger auf dem Gerät des Kindes aus dem Google Play Store oder dem Apple App Store.
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Einrichtung starten: Tippen Sie auf dem Handy des Kindes auf „Zustimmen und fortfahren“, anschließend auf „Weitere Optionen“ und wählen Sie „Durch Eltern verwaltetes Konto erstellen“.
Hinweis: Wenn Ihr Kind WhatsApp bereits nutzt, muss das bestehende Konto gelöscht und anschließend als neues von Eltern verwaltetes Konto erneut erstellt werden. Um alle Chats – einschließlich Einzel- und Gruppenchats – zu sichern, erstellen Sie vorher ein Backup in Google Drive, damit diese später wiederhergestellt werden können.
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Alter bestätigen: Registrieren Sie die Telefonnummer des Kindes und geben Sie das Geburtsdatum ein, um zu bestätigen, dass es unter dem erforderlichen Mindestalter ist.
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Geräte verknüpfen: Auf dem Gerät des Kindes erscheint ein QR-Code. Scannen Sie ihn mit der Kamera des Eltern-Handys, um die Konten zu verknüpfen.
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Mit einer PIN sichern: Bestätigen Sie auf dem Handy der Eltern, dass Sie volljährig sind, und erstellen Sie eine 6-stellige Eltern-PIN.
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Einrichtung abschließen: Geben Sie die Eltern-PIN auf dem Gerät des Kindes ein, um die Einrichtung zu beenden.
WhatsApp empfiehlt Eltern, mit ihren Kindern über deren Messaging-Aktivitäten zu sprechen und sie zu ermutigen, alles zu melden, was verwirrend oder unangenehm erscheint. Da die Funktion schrittweise eingeführt wird, ist sie möglicherweise nicht sofort in allen Regionen verfügbar.
Was können Sie jetzt für die Sicherheit Ihres Kindes auf WhatsApp tun? Lesen Sie unseren Artikel über WhatsApp-Sicherheitseinstellungen und alternative Methoden zur Elternkontrolle.
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